Die kleine Wälzlagerfibel

Mit dieser Auflistung wollen wir versuchen, Ihnen die Begriffe aus der Wälzlagerwelt näher zu bringen. Zuerst werden allgemeine Begriffe erklärt, im unteren Bereich finden Sie dann eine Gegenüberstellung der verschiedenen Nachsetzzeichen.


Aussenring nennt man den Laufring, der im Gehäuse sitzt; vgl. auch Innenring.

Axialbelastung ist die Richtung der Wellenachse auf das Lager wirkende Kraft; vgl. auch Radialbelastung

Axiallager werden zur Aufnahme von Axialbelastungen eingesetzt. Es gibt sie in verschiedenen Bauarten als:
Axial-Rillenkugellager
Axial-Schrägkugellager
Axial-Pendrollenlager
Axial-Zylinderrollenlager
Axial-Nadellager
Axial-Kegelrollenlager.
Belastungen ist die Summe der auf ein Lager wirkende Kräfte. Unterschieden wird im wesentlichen zwischen Axial- und Radialbelastungen. Oft treten beide Belastungen kombiniert auf.

CARB Lager (Compact Aligning Roller Bearing) sind eine bahnbrechende Neuentwicklung von SKF. Sie vereinen die Vorteile dreier verschiedener Lagerarten - des Pendelrollenlagers, des Zylinderrollenlagers und des Nadellagers - in sich: Sie gleichen sowohl Schiefstellungen als auch größere Axialverschiebungen aus und verfügen gleichzeitig über eine hohe radiale Tragfähigkeit bei niedrigem Querschnitt.

Diagnose-Geräte sind elektronische Geräte, mit denen sich der Betriebszustand eines Lagers überwachen lässt, was eine zustandsabhängige Wartung ermöglicht.

Deckscheiben fungieren bei Wälzlagern als nichtschleifende Dichtungen, die den Schmierstoff im Lager zurückhalten und das Eindringen von Verunreinigungen verhindern.

Drehzahl ist die Anzahl der Umdrehungen eines rotierenden Körpers in einer bestimmten Zeiteinheit.

Fluchtungsfehler treten auf, wenn die Wellen- und Gehäuseachse voneinander abweichen.

Führungsringe sind ein besonderes Kennzeichen von SKF Pendelrollenlagern.

Gehäuse ist das ein Lager umgebende Maschinenteil, das es einerseits abstützt und andererseits Schutz bietet.

Gelenklager sind für Lagerungen konzipiert, bei denen räumliche Einstellbewegungen zwischen Welle und Gehäuse gewährleistet sein müssen oder vorwiegend oszillierende Kipp- und Schwenkbewegungen bei relativ niedrigeren Gleitgeschwindigkeiten vorkommen. Man unterscheidet Radial-, Schräg- und Axial-Gelenklager.

Hybridlager haben Ringe aus Stahl und Wälzkörper aus Keramik. Sie lassen dadurch - bei niedrigeren Betriebstemperaturen - höhere Drezahlen zu.

Innenring nennt man den Laufring, der auf der Welle sitzt; vgl. auch Außenring.

Käfige halten die Wälzkörper in einem vorgegebenen Abstand und verhindern eine direkte Berührung zwischen benachbarten Wälzkörpern.

Kegelrollenlager sind Wälzlager mit kegelförmigen Rollen, die bei kombinierten Belastungen eingesetzt werden. Hauptanwendungsgebiete sind Fahrzeugbau, Walzwerkslagerungen oder Getriebe.

Kugellager sind Wälzlager, deren Wälzkörper Kugeln sind; sie eignen sich besonders für höhere Drezahlen; vgl. auch Rollenlager.

Lagerluft ist das Maß, um das sich die beiden Lagerringe gegeneinander verschieben lassen. Dabei gilt: Je geringer die Lagerluft, desto genauer die Führung.

Laufbahn ist diejenige Fläche eines Lagerringes, in der die Berührung zwischen Wälzkörpern und Innen- bzw. Außenring stattfindet.

Lebensdauer ist die Zeitspanne, die ein Lager läuft, bis erste Anzeichen von Werkstoffermüdung auftreten. Während die rechnerische oder nominelle Lebensdauer die -statistisch gesehen- erreichbare Lebensdauer beschreibt, kann die tatsächliche Lebensdauer eines Lagers kürzer -oder auch wesentlich länger sein. Wichtige Faktoren hierfür sind die Schmierung und die Sauberkeit.

Maschinenelemente sind die Bauteile, aus denen sich eine Maschine zusammensetzt. Dazu gehören u. a. auch die Lager.

Montagewerkzeuge sind mechanische, hydraulische oder thermische Hilfsmittel zum Ein- und Ausbau von Lagern.

Öl ist neben Fett der wichtigste Wälzlager-Schmierstoff. Man unterscheidet zwischen Mineral- und Syntheseölen.

Pendelkugellager bestehen aus einem Außenring, dessen Laufbahn hohlkugelig ist, während der Innenring zwei Laufrillen hat. Der Käfig verbindet die beiden Kugelreihen mit dem Innenring zu einer Einheit, die sich im Außenring pendelnd einstellen kann. Dadurch ist da Lager unempfindlich gegen Schiefstellungen.

Pendelrollenlager sind winkelbewegliche Lager, die überall dort eingesetzt werden, wo hohe Belastungen und gleichzeitig größere Schiefstellungen auftreten können, z.B. bei Baumaschinen, Getrieben und Papiermaschinen sowie im Anlagenbau.

Präzision ist bei der Herstellung von Wälzlagern von größter Bedeutung. Toleranzen im µm-Bereich sind daher an der Tagesordnung. 1 µm ist der tausendstel Teil eines Millimeters (zum Vergleich: ein menschliches Haar mißt 75 µm im Durchmesser).

Qulität umfasst allgemein zwei Kategorien. Zum einen die Entwurfs- oder Design-Qualität, die eine Ingenieur-Leistung beschreibt. Zum anderen die Ausführungs- oder Fertigungsqualität, die einem gleichbleibenden Standard entsprechen muss.

Radialbelastung ist die senkrecht -also im rechten Winkel- zur Wellenachse auf das Lager wirkende Kraft; vgl. auch Axialbelastung.

Reibung ist der Widerstand, der auftritt, wenn zwei einander berührende Körper gegeneinander bewegt werden, Reibung verursacht Verschleiß, unerwünschte Wärmeentwicklung und Leistungsverlust.

Rillenkugellager haben tiefe Rillen, deren Radius nur wenig größer als der Kugelradius ist. Dadurch nimmt das Lager hohe radiale und axiale Kräfte auf. Es gibt ein- und zweireihige Rillenkugellager.

Rollenlager sind Wälzlager mit Rollen als Wälzkörpern. Sie lassen im allgemeinen hohe Belastungen zu; vgl. auch Kugellager.

Schiefstellungen treten z.B. dann auf, wenn sich die Welle unter Belastung durchbiegt. Winkelbewegliche Lager können diese Schiefstellungen ausgleichen.

Schmierstoffe bilden zwischen Wälzkörpern und Laufringen einen Schmierfilm, der die direkte metallische Berührung verhindert. Im allgemeinen verwendet man als Schmierstoffe Fett oder Öl. SKF bietet das weltweit vollständigste Wälzlager-Schmierfett-Sortiment.

Schrägkugellager haben Laufbahnen, die so angeordnet sind, dass die Kräfte unter einem bestimmten Berührungswinkel - schräg zur Radialebene - von einer Laufbahn auf die andere übertragen werden.

Tragfähigkeit eines Wälzlagers wird durch die dynamische und die statischtische Tragzahl ausgedrückt. Sie hängt u. a. von der Größe der Berührungsfläche zwischen den Wälzkörpern und den Laufbahnen ab.

Wälzkörper sind die zwischen den Laufringen angeordneten, zumeist von einem Käfig auf Abstand gehaltenen Kugeln oder Rollen.

Wälzlager sind genormte, austauschbare Maschinenelemente, deren Aufgabe es ist, Belastungen zwischen stillstehenden und umlaufenden Maschinenteilen bei einem Minimum an Reibung zu übertragen. Man unterscheidet Kugel- und Rollenlager.

Y-Lager-Einheiten sind einbaufertige Einheiten, die aus dem Y-Lager -einem abgedichteten und mit Fett gefüllten speziellen Rillenkugellager- und einem Gehäuse bestehen.

Zylinderrollenlager wurden für hohe radiale Belastungen und relativ hohe Drehzahlen konstruiert. Mit ihnen können starre, hochgenaue Lagerungen ausgeführt werden, so z.B. für Werkzeugmaschinenspindeln.